Rückblick der Mennonitengemeinde Backang

Die " Menonitengemeinde Backnang" gegründet am 7.April 1951 mennonitische Flüchtlinge, die schon viele Jahre, einige seit 1947, im Flüchtlingslager" Maubacher Höhe" in Backnang lebeten.
Diese 100 Lagerbewohner waren der Rest von 200 Flüchtlingen deutscher Nationalitäten aus Südrußland und Polen, die in Backnang zur Auswanderung nach Süd- und Nordamerika zusammengezogen worden waren. Die Auswanderungslager und die Auswanderung organisierte das "Mennonite Central Committe"(MCC), eine Hilfsorganisation der Mennoniten aus Kanada und den USA. Das MCC half auch in Backnang gebliebenen Flüchtlingen beim Bau einer Mennoniten-Siedlung im Ortsteil Sachsenweiler. Es stellte die amerikanischen baxboys (junge Friedensarbeiter aus amerikanischen Mennonitengemeinden) zur Verfügung, die unter der Leizung schwäbischer Bauleute die Häuser und später auch das Gemeindehaus bauten. Erhebliche Bauleistungen erbrachten auch die künftigen Bewohner - Lagerinsassen und Umsiedler - und der "Mennonitische Freiwilligendienst". Der Bau wurde nur dadurch möglich, dass Mennoniten aus West- und Ostpreußen, die im Zuge der Umsiedleraktion aus den mit Flüchtlingen überfüllten Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein nach Backnang kamen. Für den Bau von Umsiedlerwohnungen gab es staatliche Gelder. Die West- und Ostpreußen stellten rund zwei Drittel der Glieder der neuen Mennonitengemeinde. 1952 war das Gemeindehaus fertig. Als in den achtziger Jahren so viele Spätaussiedler in die Gemeinde kamen, dass der Platz im Gottesdienst nicht ausreichte, erweiterte die Gemeinde 1991 fast ausschließlich in Eigenleistung das Gemeindehaus.

1956hatte die Gemeinde 250 Glieder. Die Zahl sank allmählich auf 200 Glieder, dann stieg sie durch die Aufnahme von Aussiedler auf über 300 an. Im Jahre 1995 verließen jedoch die meisten der um 1990 vorwiegend aus einer Mennonitengemeinde in Kasachstan gekommenen Aussiedler die Gemeinde wieder. Sie hatten eine andere Art des Glaubensleben und gründeten eine neue Mennonitengemeinde Allmersbach im Tal und haben schon ein neues Gemeindehaus genbaut. In der alten Gemeinde blieben mehr als 200 Personen.

Die Leitung der Gemeinde obliegt dem Vorstand. Den Predigerdienst übernahmen bei der Gründung traditionell Laien, sowohl aus der Gemeinde als auch vom "Verband badisch-würtembergisch.bayrischer Mennonitengemeinden". Erster Ältester war Bruno Götzke, der bis 1945 Ältester der Mennonitengemeinde Memel- Niederungen in Ostpreußen gewesen war. Ihm folgte Siegfried Thiessen. Schon vorher stellte die Gemeinde Prediger, erst als Teilzeit- dann als Vollzeitbeschäftigte an. Nachdem Prediger Helmut Bachmann 1997 ausschied, behalf sich die Gemeinde drei Jahre mit laien aus den eigenen Reihen. Seit dem 1. März 200 ist Lutz Heidebrecht, der aus Epelkamp in Westfalen kommt, angestellter Pastor.

Autor: Horst Klassen

Eine ausführliche Darstellung (200 Seiten) der ersten 25 Jahren des Gemeindelebens und der Gemeindeentwicklung ist vom Autor erschienen und kann unter der Gemeindeanschrift bezogen werden.