
April 2010
Volkstümlich heißt es immer wieder: Man sieht sich immer zweimal im Leben, oder: Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es auch wieder heraus oder: Wie Du willst, dass mit Dir umgegangen wird, so gehe auch mit anderen um.
Wie sieht das bei Dir aus? Wie steht es bei Dir um die Gnade? Wie gehst Du mit Unrecht um, dass Dir angetan wird? Bist Du ein nachtragender Mensch? Trägst Du anderen ihre Schuld gerne hinterher oder bist Du bereit, diese loszulassen?
Was wünschen wir uns denn? Ich für meinen Teil wünsche mir, dass ich es mit Menschen zu tun habe, bei denen mir vergeben wird. Ich hoffe immer, dass es noch eine zweite Chance gibt und ich zurück kehren kann.
Doch wenn wir selbst an der Reihe sind, dann sieht die Sache oft anders aus. Wenn wir die besseren Karten haben, dann spielen wir diese auch gerne aus. Ich habe so eine Situation schon erlebt. Ich habe meine Karten damals ausgespielt. Heute weiß ich, dass es bessere Wege gibt.
Matthäus schreibt in Kapitel 18 (Mt 18, 21 – 34) vom Knecht der große Schulden bei seinem Herrn hat und dem ein anderer Knecht nur wenig schuldet. Die großen Schulden werden ihm erlassen, die kleinen erlässt er nicht. Am Ende landet er dafür im Gefängnis, er wird zur Rechenschaft gezogen.
Mit wem können wir uns am besten identifizieren? Mit dem Herrn, der sich bewegen lässt und schließlich seinem Knecht auch große Schulden vergibt? Oder sind wir der Knecht, dem die Schuld erlassen wurde? Er hatte es nicht einfach. Er musste darum flehen, dass ihm seine Schuld erlassen wird. Auf die Knie musste er gehen und betteln. Leichtfertig wurde ihm nicht vergeben. Oder sind wir der andere Knecht, dem seine Schuld nicht vergeben wurde und der die Konsequenzen zu spüren bekam?
Wir sind aufgefordert, so zu handeln, wie es der Herr in unserem Gleichnis getan hat. Wir sollen vergeben, nicht leichtfertig, sondern von Herzen. Kein Wischiwaschi, sondern echt.
Sven D.