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Okt 2010

Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen.
- Offenbarung 3,8



Meinen Zivildienst habe ich im geistlichen Rüstzentrum in Krelingen geleistet. Auf dem 24 Hektar großen Gelände dieser Freizeit- und Therapieeinrichtung befinden sich landwirtschaftliche Gebäude, Werkstätten, große Wohnhäuser, eine große Kongresshalle, eine Seniorenwohnanlage und mehrere Freizeithäuser mit Platz für 160 Gäste. Insgesamt waren dort 25 Zivis im Einsatz. Ich wurde auf Grund meines handwerklichen Berufs der Baukolonne zugeteilt und half mit, das kleine Dorf an die öffentliche Kanalisation anzuschließen. Nach einigen Monaten wurde ich Hilfssheriff des Elektrikers. Diese „Beförderung“ brachte es mit sich, dass ich Zugriff auf einen Gegenstand bekam, der mir Zugang zu sämtlichen Häusern und Räumen auf dem Gelände verschafft: den Generalschlüssel. Dieses Privileg ließ sich für manchen Spaß nutzen, aber das ist eine andere Geschichte. So ein kleines Metallstück verleiht seinem Inhaber enorme Macht, generelle Schlüsselgewalt.
Der Monatsspruch für Oktober steht im Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia. Christus stellt sich dieser Gemeinde als derjenige vor, der königliche Schlüsselgewalt hat. Wenn er eine Tür aufschließt und kein anderer diese Tür wieder verschließen kann, dann bedeutet das, er hat den einzigen Schlüssel. Der Gemeinde in Kleinasien hingegen attestiert er eine kleine Kraft. Sie kann aus eigener Kraft weder die Tür öffnen, noch verhindern, dass jemand anderes sie wieder verschließt, aber sie hält sich treu an den, der die Schlüsselgewalt hat.
In diesem Bild finde ich mich wieder. Souveränes Ausweichen bei Versuchungen und begeisterte Jesusnachfolge stehen nicht in meiner Macht – ich habe eine kleine Kraft, das ist wahr. Aber ich möchte immer wieder dankbar und beschämt die Hand dessen ertasten, der alle Macht hat und mich führen und begleiten möchte.

Lutz H.