Mission in Ghana
ein paar Jahren sammeln wir als Gemeinde nun schon für unsere mennonitischen Geschwister in Ghana und möchten ihnen den Bau eines Kirchendaches ermöglichen. Für die Gemeinde in Nkwanta haben wir nun die Mittel zusammen und sammeln weiter für die zweite Gemeinde in Damanko, die damals zu Gunsten ihrer Nachbargemeinde verzichtet hatte.
Die christliche Kirche in Ghana hat noch nicht eine so lange Geschichte wie die Kirchen in Europa. Wann kamen die ersten Missionare in das Land an der Westküste Afrikas und wie ist es ihnen dort ergangen? Das beschreibt Walter Ringwald in seinem Buch „Stafette in Afrika“. Ringwald stammt aus Kirchheim/Teck und war selber von 1933 – 1939 Missionar in Ghana, das damals noch Goldküste genannt wurde.Anfang des 19. Jahrhunderts gab es im deutschsprachigen Raum große Erweckungsgebiete. Die geistlichen Wurzeln dieser Aufbrüche führen zurück in die Zeit des Pietismus. Von Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden vielerorts Evangelisationsveranstaltungen durchgeführt, Posaunenchöre gegründet, Missionsfeste abgehalten und dadurch viele junge Menschen für Gottes Sache in fernen Ländern gewonnen. Im Zuge des neuen Missionsbewusstseins wurde 1815 die Basler Mission gegründet und sie war es, die 1829 vier junge Männer als Missionare nach Ghana entsandte, unter ihnen Philipp Henke aus Nassau. Dieser schrieb am 31. Januar 1831 einen Brief in die Heimat und musste berichten, dass seine drei Weggefährten allesamt dem Tropenfieber erlegen waren und er nun einsam auf scheinbar verlorenem Posten stand. Noch gut konnte er sich an seine Ankunft an der Goldküste erinnern, damals, als das Segelboot nach monatelanger Reise die Küste erreichte und die Eingeborenen am Ufer standen und ihnen erwartungsvoll entgegen sahen. Hinter ihnen waren die Hütten von Osu zu sehen und auf einem vorgelagerten Felsen das dänische Kastell Christiansborg, deren weißgekalkte Mauern grell in der Sonne leuchteten. So idyllisch dieser Ort auf den ersten Moment schien, so todbringend war er doch, denn das Tropenfieber sprang den weißen
Mann wie aus dem Hinterhalt an und raffte fast die gesamte Besatzung des Kastells hin, noch bevor das nächste Versorgungsschiff aus Europa ankam. Hier im Dorfe Osu ließen sich die vier Missionare Holzwarth, Salbach, Schmid und Henke nieder. Sie mühten sich die Sprache der Einheimischen zu lernen und begannen, sie in ihrer Sprache zu unterrichten, Afrikaner wie Mulatten. Die dänischen Kolonialherren rieten davon ab, das einfach Volk in deren Sprache zu unterrichten, denn „diese Sprache ist nicht geeignet um darin zu unterrichten.“ Aber die vier blieben ihrem Grundsatz treu und freuten sich über die große Akzeptanz und die Lernbereitschaft der Kinder. Dann ging alles ganz schnell, kurz nacheinander überfiel das Fieber drei der jungen Boten. Zuerst starb Holzwarth und etwas später Schmid und Salbach an einem Tag. Innerhalb von drei Wochen musste Henke an drei Gräbern stehen und war nun allein. In der fernen Heimat wusste man nichts von dem schweren Schlag, denn das Schiff, das die Post mit der Todesnachricht trug, ging auf dem Weg nach Europa mit der gesamten Besatzung unter. Erst ein Jahr später, man feierte gerade ein Missionsfest in Basel, traf die Nachricht vom Tod der drei Missionare ein. Henke selber arbeitete treu weiter, wenn auch unter Schmerzen, denn auch ihn hatte das Fieber erwischt. Er hielt Gottesdienste und gab Unterricht für Weiße und Mulatten. Aber noch ehe das Jahr zuende war, wurde auch er von seinen Schülern zu Grabe getragen.
(Fortsetzung folgt)
