Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. Mk 10,45
Es gibt sooooo viel zu tun. Hier noch kurz einen Anruf tätigen, da noch schnell etwas organisieren, dann gibt’s da noch die Gemeindeveranstaltung, wo ich hin wollte, und im Gottesdienst nächsten Sonntag hab ich auch noch Musikteam.... Manchmal versinke ich in Arbeit, in Terminen und im Dienst für Jesus. Ich rackre mich ab, gebe mein Bestes, habe manchmal jede Menge Spaß dabei und bekomme sogar Anerkennung für manche Dienste. Aber immer wieder mal komme ich auch an den Punkt, wo ich denke:„ Das ist mir alles viel zu viel“. Manchmal bringt mich mein „Dienst“ für Jesus ganz schön an meine Grenzen. Dabei steht hier im Vers, dass es nicht darum geht, wie ich dienen soll. Sondern Jesus möchte mir dienen! Mir passiert es so oft, dass ich vor lauter „Dienst“, ob für Menschen oder für Jesus, vergesse, um wen es bei diesem Dienst geht: um Jesus selbst. Er sagt hier: Ich bin gekommen um zu dienen und mein Leben zu geben als Lösegeld für viele. Er ist derjenige, der zuerst dienen möchte. Und wie tut er das? Er gibt sich hin für viele! Viele, das sind auch du und ich! Er gibt sich hin, damit ich Beziehung mit ihm leben kann. Es geht darum echte Freundschaft und wirkliche Beziehung zu leben mit Jesus selbst. Darum gibt er sein Leben hin. Ein guter Spruch, der schon seit einigen Jahren über meinem Schreibtisch hängt ist: Gott will zuerst unser Herz, dann unseren Einsatz. Jesus gibt sein Leben als Lösegeld! Ich merke, wie ich so oft verstrickt bin in Zwänge und auch in Lügengedanken, die mir sagen: Ich bin nur wertvoll, wenn ich genügend leiste. Deshalb spricht mich das mit dem |
Dienst auch so an. Jesus möchte nicht, dass ich ihm nur darum diene, weil er mich erlöst hat. Ich kann mir das nicht verdienen – das ist Gnade, Geschenk, umsonst und Bedingungslos. Mir tut es gut zu wissen, dass es Jesus erst mal um mich geht! Es geht ihm darum, mein Herz zu gewinnen, bevor ich mich im Dienst für ihn verliere. Er kam zu erlösen, retten und zu befreien. Auch von meinen eigenen Lügengedanken, die ich habe und auch von dem Zwang mir meine Liebe zu Jesus verdienen zu wollen. Und genau das wollte Jesus auch, er will dich und mich befreien, weil er eine tiefe Sehnsucht hat nach mir und dir. Aber wie mach ich mir das immer wieder bewusst im Alltag? Was ist da wirklich hilfreich? Und wie vergesse ich das nicht wieder? Ich glaube, dass das ein lebenslanges Lernfeld ist! Mir immer wieder bewusst zu machen, dass es Jesus um mich geht, das ich ihm so wichtig und wertvoll bin – das kann ich manchmal gar nicht selbst, sondern da bin ich darauf angewiesen, dass es mir andere zusagen. Dietrich Bonhoeffer hast schon gesagt: „Der Christus im Bruder ist immer stärker, als der Christus in mir!“ So versuch ich es anderen zuzusagen, und mir selbst zusagen zu lassen, durch Liedtexte, durch Bibelverse durch den „Christus im Bruder“. Und so bekommt auch mein Dienst einen anderen Schwerpunkt. Weil es Jesus um mich geht, möchte ich auch für andere der „Christus im Bruder“ sein. Das ist meine Motivation von Jesus weiterzusagen. Ich möchte, dass andere wissen: Es geht Jesus um dich und nicht um deine Leistung! Er liebt dich, für ihn bist du so wichtig, dass er sein Leben als Lösegeld hingegeben hat. Dabei ging es ihm darum mit dir eine Beziehung zu leben und dich zu befreien von all deinen Lügen, die du manchmal selbst glaubst. Und genauso brauche ich auch, dass andere mir das immer wieder zusagen, dass ich es auch glauben und leben kann.
Katja K. |